Wir sollten das Leben nicht so schwer nehmen. Sondern es als Geschenk sehen. Wir sind hier für eine bestimmte Zeit zu Besuch - und haben die Möglichkeit in guter Erinnerung zu bleiben.
Als wir letztens mit Freunden einen tollen und amüsanten Abend verbracht haben - kam wieder einer dieser Momente -
Irgendwann kommt unwillkürlich das Thema Kindheit, Familie - erlebte Nestwärme auf. Mir hat es nie etwas ausgemacht, auf dieser Welt eine "Soloistenfamilie" zu sein. Diese Beschreibung für meine Lebenslage finde ich treffend. Außerdem umhüllt dieser Name das große "Schwere" in einen sanften Mantel. Im Laufe meines Lebens habe ich über meine Situation schon alles erlebt. ERSTAUNEN - MITLEID - NEUGIER- ZUHÖRER - RICHTER -.....
Eine Soloistenfamilie besteht nur aus einem Mitglied
Dem : ICH
Mir hat meine Rolle nie wirklich etwas ausgemacht.
Allein auf dieser Welt zu sein.
Ich kenne die Beweggründe nicht - die zwei Menschen entschieden haben.
Für mich ist das Leben schon immer eine große Herausforderung gewesen. Aber genauso hat es auch viele positive Eigenschaften und Aufgaben. Ich musste mich mit niemanden aus eigenen Reihen vergleichen lassen. Kenne die Herkunft meiner Talente nicht. Es ist toll, sein LOB für sich allein zu haben. Keiner hat mir je den Satz gesagt "Deine Oma konnte auch tolle Geschichten schreiben" oder "Dein Urgroßvater konnte auch so gut kochen. Meine Werte und Normen habe ich mir von Menschen angeeignet, die mich beeindrucken. Eigentlich ganz cool, so ein Generationsneuanfang. Ich meine ich allein bestimme, was für die nächsten Generationen zu einer stabilen Grundlage gehört!
Eine wichtige Aufgabe!
Gespannt höre ich Freunden an gemeinsamen Abenden zu, wie sie von Erziehungsmaßnahmen aus ihrer Vergangenheit erzählen. Eltern sie durchs Leben leiten. Sie immer großen Rückhalt erwarten können.
Liebe
Nestwärme
Geborgenheit
Zusammenhalt
Aus meiner Sicht, sind das fremde Gebräuche. Denn wer aus einer Soloistenfamilie stammt - macht die Dinge mit sich selbst ab! Viele überlegen jetzt, oh wie schade - oder oh je - kann man das als Mensch aushalten?
Ich kann es aus vollem Herzen mit einem JA beantworten.
JA, es hat funktioniert.
Es ist nicht so, dass ich mich je allein gefühlt habe und als trauriges "Soloistenkind" durch die Welt geschoben wurde. Bei mir hat das einen großen Kampfgeist (obwohl ich den Ausdruck nicht für richtig halte, denn ich kämpfe nicht - ich lebe) erweckt hat. Ich fand das Leben schon immer aufregend und interessant. Bin aber auch einige (echt unnötige) Umwege gegangen. Sicherlich gibt einem diese Situation auch eine "raue Schale". Als Soloist ist man schnell verwundbar. Da kein Rudel um dich herum schwirrt, das dich verteidigen könnte. Auch der eigene Sicherheitsradius ist bestimmt größer, als bei anderen.
Trotzdem sehe ich es im Umkehrschluss auch als großes Glück an! Bin ich doch stets mit glücklichen Augen durchs Leben gereist. Mir haben Menschen mit Humor - Menschen die ihr Tun lieben - aber auch strebsame Menschen sehr gefallen.
Ich habe die Möglichkeit die erste Generation zu sein, um eine neue Familienära zu gründen.
Und ja, ich wollte immer eine Familie.
Ok, meine Tochter wird jetzt immer mit mir verglichen. Enkelkinder (noch lange nicht in Sicht) haben dann schon die Herausforderung mit 2 Generationen verglichen zu werden.
Wie ihr seht - ich bin auf dem besten Weg - eine Familien Historik zu gründen ;)
Im Großen & Ganzen habe ich nichts anderes erlebt als du :)
Mit dem Unterschied - das ich mir meine Fragen selbst stellte und beantwortete. Weil keiner da war - der mich berat - (oder verunsichert) ;)
Aber
Jetzt kommt das große ABER - ich genieße es - nun eine Seelenverwandte zu besitzen. Durch die Geburt eines Kindes - die Aufgabe der Erziehung - im Leben - aus einem Teil des eigenen Ich`s, wächst eine Familie.
Das Gefühl - Familie - fühlt sich toll an -
Wir
Mein Kind sitzt nun mit Freunden an einen großen Tisch
- Und kann an den Gesprächen teilnehmen -
Und quatscht gleich drauf los - was wir so für Erziehungsmaßnahmen drauf haben.
Sie rettet mich an so manchen Abenden - zuhören - und lache
Ich denke, alles im Leben hat seinen Sinn.
Ich bin in meinem Leben als SOLOIST gestartet - als Kind habe ich mir nie Gedanken gemacht, dass meine Situation anders ist. Gott sei Dank, denn so hab ich mir meine Unbeschwertheit erhalten.
Ich fand und finde mein Leben als besonders. Heimlich habe ich mich gerne mit Pippi Langstrumpf verglichen.
Ihr seht, es lohnt sich - die Aufgabe des Lebens zu erfüllen. Und das Glück zieht ein.
Es gibt immer einen Weg und immer eine Tür die sich öffnet. Überall gibt es ein Licht.
Als Soloist
Und noch viel schöner als Familie. Danke, dass es euch gibt.
LOVE
Vielleicht habt ihr heute Lust, das alte Familienalben herrauszukramen und in Erinnerungen zu schwelgen.
Vielleicht saß deine Oma auch immer mit klimpernden Stricknadeln am Kaminfeuer.
Kannst du weit in deine Familienhistorik zurückblicken?
Ein spannendes Thema ;)
Betty - Familiengründerin -

















